13. Lichtung

ungemischtes feuer
Listening Room mit elektronischer Musik von Karlheinz Stockhausen, der Performance „Breathing Dress“ von Franziska Grohmann und einer Kristall-Klangschalen-Performance von Pina Bettina Rücker.
Sonntag, 29.4.2012, 15:00 Uhr, Sporthalle Leplaystrasse 11
Es ist noch nicht so lange her, da hörte man Neueste Neue Musik prominent in Schulsporthallen. Dieses Konzert ist eine Hommage an diese Zeit mit Elektronischer Musik, die selbst historisch geworden ist, mit zwei Meisterwerken der 50er Jahre von Karlheinz Stockhausen in Vierkanal: „Gesang der Jünglinge“ und „Kontakte“. Das Publikum liegt oder sitzt bequem auf einer großen Ringerkampfmatte, umgeben von Lautsprechern, in der Sporthalle. Die ersten Klänge der Elektronik rauschen durch den Raum, bis heute faszinierend und fremd, wie von einem anderen Stern.
Diese reinen Tapestücke der Pionierzeit werden durch Live-Acts erweitert. Delhia, Sängerin der Leipziger Band „Pentatones“ hat aus sich selbst eine Klangskultpur gemacht. Sie trägt ein selbst entworfenes Kleid, welches über remote-control auf ihre Stimme reagiert. Es verändert somit ständig seine Form, Größe und Beschaffenheit in Reaktion auf die Musik – auf Parameter der Stimme, welche in Steuerdaten der Luftkammern übersetzt werden. An diesem Sonntag Nachmittag erleben wir die Uraufführung dieser Performance.
Der zweite Live Act ist die Kristallklanschalen-Künstlerin Pina Bettina Rücker, die auf ihren beeindruckenden Instrumenten spielen wird. Durch Reiben des Instruments mit einem Klöppel entstehen scheinbar reine Sinustöne, wie sie kein anderes natürliches Instrument erzeugen kann. Die Klänge emanzipieren sich von den gespielten Schalen, scheinen den Raum zu durchwandern. Obgleich die Schalen einen Sinuston produzieren, erscheint der Klang obertonreich. Dieser Effekt ist ein Resultat der Wechselwirkung zwischen den Kristallklangschalen, den entstehenden Klängen und dem Ort, in dem sie gespielt werden. Während der Performance ist Pina Bettina Rücker umgeben von der Skulptur “Aurabürste” der Künstlerin Franziska Reinbothe.
Somit trifft zeitgenössische Klangkunst auf historische Pionier-Elektronik, interaktive Liveperformance auf akribische Tonbandvorproduktion, welche in den Fünfzigern ja aus Bandsalat, mühseligem Schereschneiden und Kleben bestand.
INFO:
- Das Publikum nimmt auf Ringermatten Platz. Diese dürfen mit Straßenschuhen nicht betreten werden. Hierfür sind vor Ort Möglichkeiten geschaffen, Straßenschuhe vor Betreten des Raumes abzustellen. Die Schuhe werden als Garderobe kostenfrei bewacht.
Breathing Dress wird gefördert durch die Kulturstiftung Sachsen

Anmerkungen