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Organisatorische Begehung Part 2: Anatomie Hörsaal der Uni Leipzig
Nachdem das Sinwald Team und Robert Seidel das Völkerschlachtdenkmal eingehend unter die Lupe genommen hatten, war es Zeit, sich wieder auf den Weg zu machen. Denn für den frühen Nachmittag stand bereits der nächste Termin an. Wir hatten eine Verabredung mit dem Leiter der Sektionstechnik des Instituts für Anatomie Matthias Oehme, der uns freundlicherweise die Begehung des Anatomie Hörsaals ermöglichte und etliche technische und organisatorische Angelegenheiten mit uns besprach.
Auch hier wird Robert Seidel eine Lichtinstallation projizieren. Im Rahmen der Veranstaltung „die würde der zinnober“ (siehe 10. Lichtung) am Samstag den 28.04.2012 erwartet uns ein Sound-Stream-Raumklangkonzert. Neue Klassik auf dem Klavier, LoFi-Elektronik, Kristallklangschalen und Lichtinstallation treffen aufeinander, interagieren miteinander und lassen Assoziationen freien Lauf.
Dementsprechend ist viel akustisches und visuelles Equipment dezent und effektiv in dem Hörsaal unterzubringen. Gleichzeitig soll die besondere Atmosphäre des Raumes gewahrt bleiben. Bei betreten des Hörsaals fällt gleich der dezent süße, alkoholisch durchsetzte Geruch auf. Ein Hinweis darauf, welchem Zweck er eigentlich dient. Er ist steril und sehr aufgeräumt, alle Stühle stehen ordentlich an ihrem Platz, nirgendwo liegt ein verlorenes Blatt Papier mit Notizen herum, die Liege in der Mitte ist mit einem grünen Tuch abgedeckt. Trotzdem kann ich mein Kopfkino nicht abschalten – es ist faszinierend und befremdlich, sich hier aufzuhalten. Durch die Umgestaltung in einen Veranstaltungsort wird dieser Eindruck sicherlich geschmälert, ganz verlieren wird der Raum seine ganz eigene Ausstrahlung trotzdem nicht.
Wir begutachten die halbrunden Stuhlreihen, die sich um die Mitte des Raumes anordnen und erwägen, wo Boxen, Projektoren usw. platziert werden können. Es stellt sich die Frage, wie der Flügel in den Raum gebracht werden kann. Zu diesem Zweck begehen wir den Fluchtweg. Hier wird die eigentliche Funktion des Instituts konkreter. Wir betreten einen langen Gang, links und rechts gehen Türen ab, von denen die ein oder andere offen steht. Frisch gereinigte Liegen, ein paar Instrumente, Kühlhäuser mit den charakteristischen Luken, wie man sie aus forensischen Krimis kennt, sind zu sehen. Der Leiter der Sektionstechnik macht Scherze über die Vorstellung, Lieferanten, Techniker und Publikum unwissend durch eben diese Gänge zu schicken und kann sich ein kurzes „dreckiges“ Lachen nicht verkneifen. Offensichtlich legt man auch nach vielen Arbeitsjahren das Bewusstsein für die Besonderheit dieses Ortes nicht ab.
Abschließend testen wir noch die Möglichkeiten der bereits vorhandenen Beleuchtung durch. Allerdings ist diese für unsere Zwecke eher nicht geeignet. Die Jalousin werden herunter gelassen. Der Raum lässt sich dadurch komplett verdunkeln, was für die Lichtinstallation sehr wichtig ist. Die Türen werden ausgemessen. Hoffentlich passt der Flügel durch!
Nach geraumer Zeit ist alles gesehen und getestet. Zur Besprechung einiger weiterer Details gingen wir noch ins Cafe Cantone und ließen uns die Tageskarte schmecken. Der Appetit war uns also nicht abhanden gekommen. Sehr gut!
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