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pina und cello

Pina Bettina Rücker

Zu Besuch bei Pina Bettina Rücker und ihren Kristallklangschalen

Vor einiger Zeit traf ich mich mit Pina Bettina Rücker zu einem Gespräch über sie und ihre Kristallklangschalenmusik. Davon möchte ich nun ein wenig berichten.

Kristallklangschalen sind schlichte, halbkugelförmige Gefäße, die mit einem Klöppel gespielt werden. Ich vermute einen Bezug zu fernöstlicher Kultur, Meditation und Esoterik. Tatsächlich ist ihr materieller Ursprung an ganz anderer Stelle zu finden.

Sie bestehen, ähnlich wie Bergkristalle, zu annähernd 100% aus Siliziumdioxid – Quarz. Bei 3000°C erhalten sie im Prozess des Zentrifugierens ihre Form. Durch diesen Vorgang entstehen Gefäße, die extrem hitzebeständig sind. Darin liegt der ursprüngliche Zweck und die in der metallurgischen Industrie weit verbreitete Verwendungsweise als sogenannte Quarztiegel. Kristallklangschalen wurden und werden in der verarbeitenden Industrie als Hilfsmittel zur Bearbeitung hoch erhitzter Materialien verwendet. Erst vor ca. 25 Jahren wurden sie in den USA als Musikinstrumente entdeckt.

Anbetrachts dieser Entstehungsgeschichte erscheint der Klang, den die Kristallklangschalen hervorbringen, umso bemerkenswerter. Während unseres Treffens bot mir Pina an, die Kristallklangschalen für mich zu spielen. Ich legte mich ein klein wenig entfernt von den Schalen auf den Boden ihres Musikzimmers und konnte erstaunter Zeuge des Spiels dieser besonderen Instrumente werden.

Durch Reiben des Instruments mit einem Klöppel entstehen reine Sinustöne, wie sie kein anderes natürliches Instrument erzeugen kann. Die Klänge emanzipieren sich von den gespielten Schalen, scheinen den Raum zu durchwandern. Obgleich die Schalen einen Sinuston produzieren, erscheint der Klang obertonreich. Dieser Effekt ist ein Resultat der Wechselwirkung zwischen den Kristallklangschalen, den entstehenden Klängen und dem Ort, in dem sie gespielt werden.

Der Zuhörer nimmt sowohl das Spiel Pina Bettina Rückers mit ihren Kristallklangschalen als auch die daraus entstehenden, anhaltenden Klänge im Raum wahr. Mitunter entstehen somit viele verschiedene Tönen, die zu hören sind, allerdings nicht der Zahl der klingenden Schalen entsprechen. Ihr Verhalten ist vielfältig und unerwartet. Sie wandern im Raum, sind nicht zu lokalisieren, treten an das Ohr heran oder scheinen sich in ihm zu manifestieren. Ein außergewöhnliches Hörerlebnis, das uns zum Staunen bringen wird.

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