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Einträge getaggt mit Robert

1 Anmerkungen

„MF: …für mich gibt es im Leben nur reines Schwarz und Weiß…

RF: … ich denke, es gibt nur das Dazwischen…“

Ursprünglich war der Film „_grau“ eine rein abstrakte Auseinandersetzung mit dem im Titel zitierten Dialog. Doch mitunter wartet das konkrete Leben mit Ereignissen auf, die einen so tiefen Eindruck hinterlassen, dass sie dem eigenen Schaffen nicht vorenthalten werden können. So trug es sich zu, dass der Künstler Robert Seidel innerhalb kurzer Zeit auf der winterlich vereisten Autobahn zwei beinahe Unfälle erlitt - markerschütternde Erlebnisse.

_grau nimmt diese Ereignisse auf, lässt sie in Erinnerungsfragmenten erscheinen und gewährt dem Zuschauer somit einen intimen Einblick auf die letzten Sekunden eines Lebens. In dieser Wahrnehmung nimmt sich die Zeit zurück und überlässt ihren Platz Eindrücken, die sich in wuchernden Strukturen manifestieren. 10:01 dauert es an – kein Zufall sondern Referenz auf das binäre Zahlensystem nach Wilhelm Leibniz, demnach sich 1 auf Gott und 0 auf Finsternis bezieht.

Das musikalische Konzept nimmt ebenfalls das Ereignis Autounfall auf. Die verschiedenen Cluster machen das Ereignis und die daraus entspringenden Empfindungen und Erinnerungen auditiv erlebbar. Sie schwingen, entschwinden, verweilen und überlagern sich. Scheinbar bekannte Geräusche wie das monotone Rauschen einer entfernten Autobahn kristallisieren sich subtil heraus. Bild und Ton bleiben trotz dieser Zusammenhänge voneinander unabhängig, scheinen sich mitunter zu verlassen.

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